Bericht "Buch" 2017

   

Was bringt die Zukunft? Ein Hellseher mit Glaskugel.

„Ich kenne mein Buch nicht mehr.“ Oberbürgermeister Jürgen Kessing ist die Freude ins Gesicht geschrieben, als er auf der mittelalterlichen Bühne, umgeben von Troubadouren und Spielleuten, den ersten mittelalterlichen Markt am Samstagabend im Bietigheimer Stadtteil Buch eröffnet.

Das Volk strömt in Scharen und bildet Menschentrauben vor der Bühne. Hier holen Profis gekonnt die Neugierigen ab und fesseln sie mit Musik aus alter Zeit, wilder Jonglage und viel Gaukelei. „20 klamme Finger an sechs französischen Todeskeulen“, witzelt Gaukler Tim Hellebrandt und lässt in der Kälte die Keulen auf dem Buchplatz tanzen, über dem Kopf und in Richtung von Julian Breitschwerdt, seinem Partner. Wie Torpedos schwirren die Flugobjekte durch die Luft und werden – ohne Ausnahme – immer exzellent gefangen und zurückgeworfen.

Pleiten, Pech und Pannen gibt es beim Gaukler-Duo Forzarello wohl nicht, und daran ändern auch die frostigen Temperaturen nichts. Die Zuschauer sind fasziniert. „Ein mittelalterlicher Markt bei uns, das ist wirklich mal etwas Neues. So was kennen wir hier gar nicht“, spricht Buch-Bewohnerin Anna Friedel aus, was viele denken. Um die 50 Standbetreiber sind gekommen. Das charmante Spektakel findet im Stadtteil Buch und draußen auf dem Hofmeister-Firmengelände statt. Der Möbel-Riese hat sich dafür gern begeistern lassen – ein Glücksfall für Harry Hagen und den Organisationsstamm.

Das Bindeglied zwischen Wohnblock-Kulisse und wildromantischem Budenzauber mit Honigmet, Schwertern und Trinkhörnern ist die Begeisterung der vielen Besucher hier. „Das Mittelalterspektakel ersetzt zum ersten Mal das Lichterzauberfest und, wie es aussieht, gibt es eine Fortsetzung“, sagt Harry Hagen von den veranstaltenden Aktiven Unternehmern Bietigheim-Bissingen. Er erscheint selbst symbolisch als Kreuzritter im Harnisch und freut sich über die Resonanz, die seine Idee nach sich zieht.

Der Händler mit nachgebauten Schwertern macht Männerträume wahr und lässt so manchen den Ritter in seinem Inneren entdecken. „Wir wollten etwas Neues machen, was das gesellige Leben im Buch belebt“, so Harry Hagen.

Als Vorbild diente der Esslinger Weihnachtsmarkt, wo über Wochen hinweg ein mittelalterliches Spektakel den modernen Menschen in eine andere Welt entführt. „Da kommen wir her, das sind ja unsere Wurzeln. Ich mag mittelalterliche Märkte deshalb, weil sie uns daran erinnern“ – OB Kessing überlässt gern „Des Geyers schwarzem Haufen“ die Plattorm. Bandbegründer Albrecht Schmidt-Reinthaler steuert seine Troubadoure, die Multi-Instrumentalisten Andreas Berg (Blasinstrumente, Cembalo, Percussion) und Bernd Settgast (diverse Saiteninstrumente) gern in Richtung Bietigheim, wo die Gruppe Wurzeln hat. Ihre Lieder sind voll Poesie und Freiheitsliebe. Das tut dem Buch gut. Sie beschwören die Gemeinschaft und die Lebensfreude beim geselligen Beisammensein.

Bei Kälte spielt sich’s schlecht

Am Samstagabend schränkt Väterchen Frost die lyrische Begegnung mit „Albi“ Schmidt-Reinthaler und den Seinen etwas ein. Das Spiel auf den wertvollen historisch nachgebauten Instrumenten entpuppte sich bei dieser Kälte als schwierig. Ungewohnt ist ein Mittelalterfest im Januar selbst für einen alten Hasen wie ihn.

Neben dem Heimspiel der Troubadoure feuern „Die Keltenstimme“ und „Tinitus Brachialis“ im Wechsel die Stimmung an. In der Dämmerung kommt die Kälte verstärkt, Feuerkörbe loderen lustig im Buch und zaubern eine ganz neue Atmosphäre in den sonst so funktional gehaltenen Stadtteil. Die Feuershow an lodernden Trommeln von Forzarello wird das Highlight des Abends. Am Sonntag sollten es noch mehr Besucher werden.

Erstaunlich, wie wendig Budenbetreiber sich auf die Situation vor Ort einstellen können und ihre Stände den jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Der Buch ist nun wirklich keine Kulisse, in die man sich als mittelalterlicher Händler einfach hineinfallen lassen kann, und dennoch sahen es einige als „eine Art Mission“ an, hier eine urwüchsige und rustikale Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn hier Wohnblocks statt altem Sandsteingemäuer die Spiel- und Marktleut erwarteten, die Besucher selbst bereiteten den seltenen Gästen einen so.

Gegen die Kälte hilft die Metprobe, ungemein: Darf es die Variante mit Ingwer oder lieber die mit Rum und Erdbeeren sein? „Alles eigene Produktion“, wirbt einer der Händler und verteilt im Buch besonders großzügigseine Proben, denn hier wissen viele noch nicht, wie Honigwein schmeckt.

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Impressionen

 

Bericht Hohenwestedt 2015

Bericht des Buxtehuder Tagblatt über das "Mittelalter Spektakel" 2013

Zum vergrössern den Zeitungsausschnitt anklicken

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Bericht der Borkener Zeitung über das "Mittelalterlich Phantasie Spektakulum" 2010

 

Martin vom Hamburger Radiosender "OLDIE 95"  besuchte Rujá auf seiner
"Martin am Morgen ist dann mal weg"- Tour
und liess sich entspannen...

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